Weitere Veranstaltungsangebote:
http://www.dachauer-forum.de : -> Zeitgeschichte

Veranstaltungen

 
Sonntag, 14. März 2021 | 15.00 Uhr | Treffpunkt und Beginn an der Todesangst-Christi-Kapelle

Die religiösen Gedenkorte in der KZ-Gedenkstätte Dachau
Rundgang im Freien

Im Rahmen der Woche der Brüderlichkeit (7. bis 14. März 2021)
„… zu Eurem Gedächtnis: Visual History“
Dachau ist bis heute ein Synonym für den menschenverachtenden NS Unterdrückungsapparat, „ein Bezirk, dessen Boden uns durch die Sohlen brennt, auch wenn wir ihn nie betreten haben“ (Ulrich Conrads). Bereits kurz nach der Befreiung gab es Planungen, das Lagerareal durch Kreuzzei-chen und Kirchenbauten christlich zu prägen. Zwischen 1960 und 1967, im Kontext der Errichtung der KZ-Gedenkstätte, entstanden die kath- Todesangst-Christi-Kapelle, die jüd. Gedenkstätte und die evang. Versöhnungskirche. Dazu kam der Karmel Heilig Blut und später die russ.-orth. Christi-Auferstehungs-Gedächtniskapelle. Die religiösen Erinnerungsorte künden vom gesellschaftlichen Neuaufbruch und vom aufrechten Willen zum Gedenken. Der Rundgang stellt Geschichte und Symbolik der religiösen Bauten vor.
Anmeldung mit Angabe von Name, Vorname, Mail und Telefon bitte bis Donnerstag, 11. März
an LSchmidinger@eomuc.de  oder Telefon 081 31 / 32 17 31.
Der Rundgang kann nur stattfinden, wenn zu diesem Zeitpunkt die KZ-Gedenkstätte wieder für Besucher geöffnet ist. Siehe dazu bitte www.kz-gedenkstaette-dachau.de und / oder auch hier: www.gedenkstaettenseelsorge.de/aktuelles 
Die dann geltenden Regelungen zum Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung usw. sind zu beachten.

Kooperation: Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit, Kath. Seelsorge an der KZ-Gedenkstätte, Evang. Versöh-nungskirche, Landesverband der Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern, Russ.-Orth. Christi-Auferstehungs-Gemeinde


Links:
Link zum Verlag für das Büchlein von Kai Kappel zu den religiösen Gedenkorten
 
Freitag, 26. März 2021 | 16.00 Uhr | Treffpunkt vor dem Eingang zur Ausstellung

K R E U Z W E G in der KZ-Gedenkstätte
zum Schicksal von Geistlichen Häftlingen des Konzentrationslagers Dachau

Vor über 76 Jahren war im Konzentrationslager Dachau gleichsam ganz Europa vereint, wenn auch nicht in Frieden und Freiheit, sondern in Angst und Schrecken. Alle europäischen Nationen waren vertreten, auch  die verschiedensten Berufe. Eine Besonderheit in Dachau war, dass hier ab 1940 bis zur Befreiung insgesamt knapp 2800 Geistliche inhaftiert waren. Allein etwa 1800 stammten aus Polen, und nahezu jeder zweite von diesen kam in Dachau ums Leben bzw. wurde ermordet. Inzwischen sind 57 von ihnen seliggesprochen, zuletzt im September 2019 Pater Richard Henkes SAC.
Der Kreuzweg nimmt in Verbindung mit der Leidensgeschichte Jesu einige Schicksale von Geistlichen in den den Blick.

Es laden ein:
Katholikenrat im Landkreis Dachau
Dachauer Forum e.V. Kath. Kreisbildungswerk - Rückfragen unter:  081 31 / 996 88-0
Katholische Seelsorge  an der KZ‑Gedenkstätte Dachau

Der Text kann bei den LINKs geladen werden (Als Heft im DIN A5 Format)
Der Kreuzweg kann nur stattfinden, wenn zu diesem Zeitpunkt die KZ-Gedenkstätte wieder für Besucher geöffnet ist. Siehe dazu bitte www.kz-gedenkstaette-dachau.de und / oder auch hier: www.gedenkstaettenseelsorge.de/aktuelles
Die dann geltenden Regelungen zum Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung usw. sind zu beachten.


Dokumente:
Kreuzweg Geistliche im KZ Dachau 2020
 
ab 1. November 2020 | online / Appstore bzw. Playstore

Gedenk-APP zu den Geistlichen in Dachau

Für die fast 2800 Geistlichen verschiedener Konfessionen (katholisch, evangelisch, orthodox, jüdisch und muslimisch), die zumeist ab 1940 im Konzentrationslager Dachau waren, steht ab sofort eine Gedenk-App zur Verfügung. Mit dieser ist es möglich, nicht nur die Namen zu suchen, sondern auch ihre Lebensdaten zu finden. Auch Recherchen zu Konfession, oder Diözesan- oder Ordenszugehörigkeit sowie der Nationalität sind möglich. Mit den Abfragen kann man die auch Daten zur Verfolgung der Geistlichen erschließen.
Das Ganze ist verbunden mit einer Karte bzw. Navigationsfunktion, mit der auch ein Rundgang zu ausgewählten Biografien mit geistlicher Betrachtung am Ort durchgeführt werden kann. Die App wird in einer deutschen, englischen und polnischen Version erstellt.
Finanziert wurde die APP durch die Erzdiözese München und Freising. Die Grunddaten für die APP wurden über einen Kooperationsvertrag durch die KZ-Gedenkstätte Dachau zur Verfügung gestellt und durch weitere Quellen ergänzt.
Systemvoraussetzungen: Android-Version ab 6.0
iOS-Version ab 13.5 bzw. iPhone ab 6s



Links:
Informationen zur Gedenkapp auf erzbistum-muenchen.de
APP Geistliche im KZ Dachau - im applestore (iOS)
APP Geistliche im KZ Dachau - im playstore (Android)
Offergeld-Applications

Dokumente:
Informationsblatt zur APP "Geistliche im KZ Dachau" zum Ausdrucken
Falt-Informationsblatt zur APP
 
August 2020 bis Februar 2021

Halbjahresprogramme zum Download

Wenn Sie gerne eine gedruckte Ausgabe des Halbjahresprogramms bekommen möchten, schreiben Sie bitte eine Mail an LSchmidinger@eomuc.de


Dokumente:
Halbjahresprogramm 2021_03-08
Halbjahresprogramm 2020_09-2021_02
Halbjahresprogramm 2020_03-08
Halbjahresprogramm 2019_09-2020_03
Halbjahresprogramm 2019_03-08
Halbjahresprogramm 2018_09-2019-02
 
Jeden 1. Freitag im Monat | 14.30 Uhr

Gebet in der Todesangst-Christi-Kapelle

Die Katholische Seelsorge und der Karmel an der KZ-Gedenkstätte laden ein jeweils am 1. Freitag im Monat, 14.30 Uhr in der Todesangst-Christi-Kapelle.

Im Mittelpunkt dieser Andachten stehen das Gedenken und das Gebet um Versöhnung, Frieden und Gerechtigkeit; sie sind meist konkreten Persönlichkeiten bzw. Porträts von ehemaligen Häftlingen des Konzentrationslagers gewidmet.
Die Andacht bezieht jeweils mit einer Stille das Läuten der Glocke an der Kapelle um 14.50 Uhr ein und mündet in das Stundengebet (Non) der Schwestern in der Kirche des Karmel Heilig Blut.

Datum:   5. März - muss leider ausfallen wegen des Lockdowns / Schließung der Gedenkstätte
                2. April Karfreitag keine Andacht um 14.30 Uhr, aber 15.00 Uhr Liturgie im Karmel |
                7. Mai | 4. Juni | 2. Juli | 6. August
Zeit:        jeweils 14.30 Uhr
Ort:         Todesangst Christi Kapelle


 
Jeden Freitag | 12.30 Uhr

Ökumenisches Versöhnungsgebet
unter dem Nagelkreuz von Coventry

Am 8. Mai 2012, dem Jahrestag des Kriegsendes in Europa, hat Canon (Domkapitular) David Porter von der Kathedrale von Coventry, die 1940 von deutschen Bombern zerstört wurde, ein Nagelkreuz von dort für die Ökumenische Gemeinschaft der Evangelischen Versöhnungskirche und der Katholischen Seelsorge in der KZ-Gedenkstätte Dachau überbracht.
Wir sind damit Teil der weltweiten Nagelkreuzgemeinschaft.
Jeden Freitag um 12.30 Uhr laden wir zum Versöhnungsgebet von Coventry in die Versöhnungskirche ein.
Wir freuen uns über weitere Mitwirkende!

Für die Zeit der Gesamtschließung der KZ-Gedenkstätte Dachau haben wir uns entschieden, jede Woche am Freitag die Aufzeichnung eines ökumenischen Coventry-Gebets zu veröffentlichen.
Begonnen haben wir mit dem 29. Januar 2021.
Die Andachten werden abwechselnd gestaltet von
Diakon Frank Schleicher, Pfarrer Dr. Björn Mensing von der Versöhungskirche
und Pastoralreferent Ludwig Schmidinger von der Katholischen Seelsorge
Den LINK dazu siehe unten.


Links:
Nagelkreuzgemeinschaft
Verschiedene Informationen
LINK zum aktuellen Versöhnungsgebet
Hinweis im Sonntagsblatt vom 4. Februar 2021

Dokumente:
Pressebericht von der Übergabefeier des Nagelkreuzes
Predigt von Canon David Porter am 8. Mai 2012 bei der Übergabe des Nagelkruzes
 
Sonntag, 21. Februar 2021 | 15.00 Uhr | Dachau-Etzenhausen | Treffpunkt Parkplatz am Leitenberg

Kreuzweg-Andacht auf dem KZ-Friedhof am Leitenberg

Der KZ-Friedhof Leitenberg im Dachauer Ortsteil Etzenhausen ist seit 1959 ein Friedhof für einen Teil der Opfer des Konzentrationslagers Dachau bei München. Der ursprünglich 1945 von der SS als Massengrab angelegte Gräberort Leitenberg umfasst nach Umbettungen in der Nachkriegszeit die Einzelgräber von 7.609 KZ-Häftlingen. Erste Massengräber an diesem Platz wurden für den Zeitraum vom 28. Februar bis 27. April 1945 nachgewiesen.

Entlang den Stationen des Leidensweges Jesu nimmt der Kreuzweg das Leiden der Menschen dieses Ortes in den Blick.
Dieser Weg des Erinnerns geht in die Gegenwart und Zukunft – er vertieft die Hoffnung auf Überwindung von Leid und Schuld und geht der Verheißung von Solidarität und Frieden nach.
Ende ca. 16.00 Uhr

Die Andacht findet ganz im Freien statt.
Die Teilnehmer halten sich an die Abstandsregeln und tragen eine Mund-Nase-Bedeckung.



Links:
Ortsplan auf Geoportal Bayern
Kreuzweg am Leitenberg - Textheft
 
Zum 1. Jahrestag der Anerkennung (13. Februar 2020)

Erinnerung an sog. "Asoziale" und "Berufsverbrecher" als NS-Opfer

Seit Mitte September 2020 wird das Team an der Evangelischen Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau durch Karla Steeb (19) aus Dresden bereichert. Bei ihrer Teilnahme an der Digitalen Internationalen Jugendbegegnung in Dachau im Herbst stieß sie auf die "vergessenen" Opfer des Nationalsozialismus. Bis heute sind die Menschen, die vom NS-Regime als sogenannte "Asoziale" und "Berufsverbrecher" in die Konzentrationslager verschleppt wurden, kaum Teil der öffentlichen Erinnerungskultur.
Am Internationalen Mahnmal für die Opfer des Konzentrationslagers Dachau beispielsweise fehlen bis heute der schwarze und und der grüne Winkel, mit denen diese Verfolgten im KZ stigmatisiert wurden. In den Sechzigerjahren wurden aus dem Entwurf für das Mahnmal auf Beschluss des Internationalen Dachau-Komitees (CID) diese beiden Winkel entfernt, wie auch der rosa Winkel, den als homosexuell verfolgte Männer tragen mussten. Der Gedenkstein mit dem rosa Winkel durfte erst in den Neunzigerjahren, nach mehrjährigem "Kirchenasyl" auf dem Gelände der Versöhnungskirche, im offiziellen Gedenkraum der KZ-Gedenkstätte aufgestellt werden.
Karla Steeb wurde auf Frank Nonnenmacher aufmerksam, dessen Onkel Ernst Nonnenmacher im KZ Flossenbürg zunächst als "Asozialer", dann als "Berufsverbrecher" registriert wurde. Frank Nonnenmacher hat über seinen Onkel, der nach 1945 nicht als NS-Verfolgter anerkannt wurde und keinerlei Entschädigungsleistungen erhielt, und über seinen Vater, einen Wehrmachtssoldaten, eine Doppelbiographie geschrieben.
Gemeinsam mit anderen setzt er sich seit Jahren für eine Anerkennung dieser NS-Verfolgten ein. Auf diese Initiative hin erkannte der Deutsche Bundestag am 13. Februar 2020 die als sogenannte "Asoziale" und "Berufsverbrecher" verfolgten Menschen als Opfer des Nationalsozialismus an. Nur die AfD-Abgeordneten enthielten sich, alle anderen Fraktionen stimmten zu. Gerade als "Asoziale" diffamierte Menschen werden bis heute immer wieder Opfer rechtsextremer Menschenfeindlichkeit und offener Gewalt.
In den letzten dreißig Jahren sind in Deutschland mehrere Obdachlose von Rechtsextremen schwer verletzt und ermordet worden.
Im Vorfeld des ersten Jahrestags dieser späten Anerkennung als NS-Opfer hat Karla Steeb mit Frank Nonnenmacher ein Interview geführt. Sie berichtet darüber in ihrem Blog - s.u. 
Am 13. Februar 2021 wird Karla auf ihrem Blog einen weiteren Beitrag veröffentlichen, in dem es konkret um die Entstehung und Bedeutung des Bundestagsbeschlusses geht. Für den Sommer ist eine Veranstaltung mit Frank Nonnenmacher in Dachau geplant.


Links:
Blog von Karla Steeb
 
Samstag, 12. Juni 2021

Gedenktag: Selige Märtyrer von Dachau

Gedenkgottesdienst vorauassichtlich um 18.00 Uhr
entweder im Karmel Heilig Blut oder in / an der Todesangst-Christi-Kapelle.
Nähere Informationen ab Anfang Juni 2021.

Im Anschluß  19.30 Uhr  ist geplant, das Theaterstück "abgerungen" zum Schicksal von Pater Richard Henkes SAC aufzuführen.



Links:
Selige Märtyrer von Dachau
Liste der Seligen Märtyrer von Dachau
Liturgische Texte zum Gedenktag "Selige Märtyrer von Dachau"
 
Dienstag, 20. bis Samstag 24. Oktober 2020

Studienreise nach KRAKAU und AUSCHWITZ
ABGESAGT – soll vorauss. im nächsten Jahr 2021 nachgeholt werden:

Reiseleitung: Dipl.-Theologe Hans Rehm, ehem. Fachreferent für Erinnerungsarbeit
Laut Bayerischem Pilgerbüro soll die Reise auch durchgeführt werden, falls die Mindestteilnehmerzahl nicht ganz erreicht wird.
Veranstalter: Bayerisches Pilgerbüro in Kooperation mit der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit,  Gegen Vergessen, für Demokratie e.V., Katholische Seelsorge an der KZ-Gedenkstätte Dachau



Dokumente:
Ausschreibung Studienreise Krakau-Auschwitz
 
ab 6. Mai 2020

Erzbischof Reinhard Kardinal Marx
zu den 75. Jahrestagen der Befreiung des KZ Dachau und des Kriegsendes

Marx in Dachau: „Ort der Erinnerung und Auftrag für heute“
Im Videoformat „Mittwochsminuten“ besucht der Kardinal die Gedenkstätte des früheren Konzentrationslagers

In den „Mittwochsminuten“ auf der Website des Erzbistums München und Freising
hat Erzbischof Reinhard Kardinal Marx
im zeitlichen Zusammenhang mit den 75. Jahrestagen
der Befreiung des Konzentrationslagers Dachau und des Kriegsendes,
einen Impuls zum Nachdenken und Weiterdenken gegeben .
Näheres siehe im Video und in der Pressemitteiliung.



Links:
Meldung und Video auf MK-online (Sankt Michaelsbund)
Video auf Youtube
Startseite des Erzbistums München und Freising

Dokumente:
Pressemeldung des Erzbistums
 
29. April 2020 - Deutsche Bischofskonferenz

Wort der Deutschen Bischöfe: "Deutsche Bischöfe im Weltkrieg"

Wort der deutschen Bischöfe zum Ende des Zweiten Weltkriegs vor 75 Jahren veröffentlicht

„Deutsche Bischöfe im Weltkrieg“

Bei einer Video-Pressekonferenz ist heute (29. April 2020) das Wort „Deutsche Bischöfe im Weltkrieg“ veröffentlicht worden. In ihm wird die Haltung der zur Zeit des Nationalsozialismus amtierenden katholischen Bischöfe zum Zweiten Weltkrieg behandelt. Das Dokument erscheint mit Blick auf den 75. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs, dessen in der kommenden Woche am 8. Mai 2020 gedacht wird.

In der Pressekonferenz hob der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Georg Bätzing, hervor, dass viele Aspekte des umfassenden Themenfelds „Kirche im Nationalsozialismus“ inzwischen gut ausgeleuchtet seien. Anders verhalte es sich bei der Frage, wie es die katholischen Bischöfe mit dem Krieg gehalten hätten. „Diesbezüglich gibt es – so sagen viele – eine ‚Erinnerungslücke‘, wohl auch eine ‚Bekenntnislücke‘“, so Bischof Bätzing.  Überall in Europa werde der 8. Mai 1945 seit Jahrzehnten als „Tag des Glücks und der Freude“ erinnert. Die Deutschen hätten sich hingegen mit diesem Datum lange schwergetan. Mit wachsendem Abstand vom Geschehen sei aber auch hierzulande immer tiefer verstanden worden, dass der 8. Mai auch für die Deutschen „vor allem ein Tag der Befreiung“ war. „Auch wir sind befreit worden: von den Grauen des Krieges, von Nazi-Unterdrückung und Massenmord.“ Gerade heute gebe es Grund zur Dankbarkeit für die vielfältigen politischen und gesellschaftlichen Initiativen, die sich in den Jahrzehnten nach dem Krieg für die Aussöhnung der Völker, für Frieden und Gerechtigkeit eingesetzt hätten. Nicht zuletzt Christen und Kirchen in Ost und West hätten hier Beachtliches geleistet. Dennoch bleibe auch der Kirche „das Lernen aus der Geschichte nicht erspart“. Dies gelte auch für die Frage nach dem Verhalten der Bischöfe während des Krieges, mit dem sich ihre Nachfolger kritisch auseinandersetzen müssten. „Dass uns dies nicht ganz leichtfällt, braucht nicht verschwiegen zu werden“, so Bischof Bätzing. „Denn wir wissen, dass uns die Rolle des Richters über unsere Vorgänger nicht gut zu Gesicht steht. Keine Generation ist frei von zeitbedingten Urteilen und Vorurteilen. Dennoch müssen sich die Nachgeborenen der Geschichte stellen, um aus ihr zu lernen für Gegenwart und Zukunft.“

Bischof Dr. Heiner Wilmer (Hildesheim), Vorsitzender der Deutschen Kommission Justitia et Pax, erläuterte, dass sich aus der Vielzahl der „unstrittigen historischen Fakten“ über die Haltung der Bischöfe zum Krieg „ein Bild der Verstrickung“ ergebe. „Bei aller inneren Distanz zum Nationalsozialismus und bisweilen auch offener Gegnerschaft war die katholische Kirche in Deutschland Teil der Kriegsgesellschaft.“ Zwar habe sich die Perspektive vieler Bischöfe im Laufe des Krieges verändert, die Leiden des eigenen Volkes hätten in der Bewertung jedoch im Vordergrund gestanden. „Die Leiden der Anderen kamen nur ungenügend in den Blick.“ Bischof Wilmer zitierte in diesem Zusammenhang den Kernsatz des neuen Dokuments: „Indem die Bischöfe dem Krieg kein eindeutiges ‚Nein‘ entgegenstellten, sondern die meisten von ihnen den Willen zum Durchhalten stärkten, machten sie sich mitschuldig am Krieg.“

Ein eigenes Kapitel des neuen Dokumentes bemüht sich um Zugänge des Verstehens: Warum nahmen die deutschen Bischöfe keine kritischere Haltung gegenüber einem Krieg ein, dessen verbrecherischer Charakter je länger je mehr zutage trat? Bischof Wilmer fasste die wesentlichen Gesichtspunkte zusammen: „1. die traditionelle Lehre über die Legitimität staatlicher Autorität und das Verhältnis von Kirche und Staat, 2. die traditionelle Lehre vom Gerechten Krieg, 3. die gesellschaftliche Akzeptanz der selbstverständlichen Anwesenheit des Militärischen im Alltag; 4. das Verhältnis von katholischer Kirche und deutscher Nation, 5. die grundlegende Ablehnung des Kommunismus“, die den Krieg gegen die Sowjetunion akzeptabel zu machen schien. Wie die Archive zeigen, war die damalige Bischofskonferenz zudem innerlich blockiert: Bischöfe, die sich gegenüber der Politik des NS-Regimes offen kritisch verhalten wollten, scheiterten am Einstimmigkeitsprinzip und damit am Einfluss des Vorsitzenden, Kardinal Adolf Bertram, der die Bischofskonferenz auf einem vorsichtigen und in der Öffentlichkeit zurückhaltenden Kurs gegenüber der Reichsregierung halten wollte. Das neue Wort der deutschen Bischöfe erwähnt aber auch, dass es deren Vorgängern 1943 bei ihrer letzten Zusammenkunft vor dem Kriegsende gelungen sei, sich auf das gemeinsame Hirtenwort Zehn Gebote als Lebensgesetz der Völker zu verständigen, das eine deutlichere Abgrenzung gegenüber der nationalsozialistischen (Kriegs-)Politik beinhaltete.

Dr. Christoph Kösters (Bonn) von der Kommission für Zeitgeschichte ergänzte um Einblicke in den geschichtswissenschaftlichen Forschungsstand. Er erinnerte an die im Jahr 1965 getroffene grundlegende Entscheidung der deutschen Bischöfe, eine umfassende Erforschung des kirchlichen Handelns im Nationalsozialismus auf den Weg zu bringen. Der Ausspruch des Münchner Erzbischofs Kardinal Julius Döpfner, „die Kirche fürchtet nicht die Dokumente“, sei seither für die von den Bischöfen unterstützte wissenschaftliche Auseinandersetzung bestimmend. Leitfragen dieser Forschung und Auswahl der Themen seien dabei jedoch eingebunden in den allgemeinen geschichtswissenschaftlichen Diskurs: „Um die deutsche katholische Kirche nicht mehr nur als ‚Gegenüber‘ des totalitären NS-Regimes, sondern zugleich auch als Teil der Kriegsgesellschaft zu erforschen, bedurfte es einer grundlegenden Perspektiverweiterung; diese hatte einen wesentlichen Ausgangspunkt in den systematischen Nachforschungen über den Zwangsarbeitereinsatz in kirchlichen Einrichtungen“, so Kösters. „Der in den letzten Jahren erreichte Forschungsstand“ zeige darüber hinaus, dass die deutschen Bischöfe von einem seelsorglichen Bemühen geleitet gewesen seien, „dem Krieg religiösen Sinn zu verleihen“: Dieses „tradierte Denken und Sprechen über den Krieg aber scheiterte an der Realität des nationalsozialistischen Vernichtungskrieges“.


Hinweise:

Die Statements von Bischof Bätzing, Bischof Wilmer und Dr. Kösters sind unten als pdf-Dateien verfügbar.

Das Dokument „Deutsche Bischöfe im Weltkrieg“ (Die deutschen Bischöfe, Nr. 107) ist unten ebenfalls als Downloaddatei verfügbar und kann unter Publikationen vorbestellt werden.

Zusätzlich stehen O-Töne von Bischof Bätzing, Bischof Wilmer und Dr. Kösters, die für Medienvertreter frei verfügbar sind, zum Herunterladen bereit. (Hinweis: Falls Ihr Browser die Datei direkt in einem Playerfenster öffnet, können Sie die Datei mit rechtem Mausklick und der Funktion „Speichern unter“ abspeichern.)



Links:
Pressemitteilung Deutsche Bischofskonrerenz mit Audiodateien / Statements

Dokumente:
Wort der Deutschen Bischöfe zu
Statement Bischof Bätzing
Statement Bischof Wilmer
Statement Dr. Kösters
 
Z U M  A U S L E I H E N :

Ausstellung:
Fritz Gerlich (1883-1934) – Als Journalist gegen Hitler

In der Nacht von 30. Juni auf 1. Juli 1934 wurde Fritz Michael Gerlich im KZ Dachau ermordet. Am 9. März 1933 wurde er gleich nach der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten von einem SA-Trupp in der Redaktion der Zeitschrift „Der gerade Weg“ verhaftet. In den 15 Monate im Polizeigefängnis in München und in Stadelheim war er mehrfach schwersten Misshandlungen ausgesetzt. Seit 1930 hatte Gerlich mit seiner Zeitschrift gegen Hitler und die Nazis gekämpft: „Nationalsozialismus heißt: Lüge, Hass, Brudermord und grenzenlose Not.”

Die Ausstellung zeigt auf 17 Bannern (ca. 80x220 cm) vor allem Dokumente der Auseinandersetzung Fritz Gerlichs mit dem Nationalsozialismus und einige biografische Informationen.

Sie kann ausgeliehen werden. Nähere Informationen bei Ludwig Schmidinger (siehe Kontakt).


Links:
Film bei Landesmediendienste Bayern: Geheimakte Gerlich/Bell
Website zu Gerlich

Dokumente:
Bericht in der SZ-Dachau vom 28.05.09
 
Nach eigenen zeitlichen Möglichkeiten

Kriegsmäler in München - Stadtrundgang mit 12 möglicben Stationen

In oder bei vielen Kirchen gibt es aus der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg Denkmäler, die erinnern an die Soldaten, die aus der jeweiligen Gemeinde im Krieg umgekommen sind. Meist werden sie einfach als „Kriegerdenkmal“ oder „Kriegeraltar“ bezeichnet. Dabei wurde die Erinnerung in unterschiedlicher Weise mit Vorstellungen vom Krieg und von einem künftigen Frieden verbunden. Auch der Tod der im Krieg gebliebenen Männer wird verschieden gedeutet.
Seit 2015 ist die App „Kriegsmäler“ verfügbar: Zwölf Standorte können über eine interaktive Karte erschlossen werden. Begleittexte, historische Abbildungen, aktuelle Fotos und Audiokommentare bieten ausführliche Hintergrundinformationen: s.a. www.offergeld-applications.de/kriegsmaeler-in-muenchen
Der Rundgang wurde erarbeitet und wird durchgeführt von
Dr. Antonia Leugers und Sebastian Offergeld M.A.

Die App „Kriegsmäler“ bietet eine Auswahl katholischer, evangelischer und jüdischer Denkmäler aus der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg an ihren historischen Standorten in München. Der besondere Fokus liegt auf der Deutung der Text-, Bild- und Symbolsprache des jeweiligen Denkmals, durch die sich die Vertreter der Religionsgemeinschaften in der damaligen gesellschaftlichen Debatte um Krieg und Frieden positionierten.
Die zwölf Standorte können über eine interaktive Karte erschlossen werden. Begleittexte, historische Abbildungen, aktuelle Fotos und Audiokommentare geben ausführliche Hintergrundinformationen. Eine Einleitung und ein zusammenfassender Kommentar erleichtern die historische Einordnung. Ein vollständiges Nachweisverzeichnis ermöglicht die weitere Vertiefung.
Die integrierte Navigationsfunktion und die Einbindung von „Google Street View“ erlauben einen virtuellen oder realen Stadtrundgang durch München.

WISSENSCHAFTLICHE KONZEPTION:
Prof. Dr. Andreas Holzem, Dr. Antonia Leugers  |  Lehrstuhl für Mittlere und Neuere Kirchengeschichte | Eberhard Karls Universität Tübingen  |  www.uni-tuebingen.de > Fakultäten > Katholisch-Theologische Fakultät > Lehrstühle > Mittlere und Neuere Kirchengeschichte

ENTWICKLUNG, BEARBEITUNG, DESIGN / GESTALTUNG:
Sebastian Offergeld M.A.
Offergeld Applications - Neue Wege digitaler Wissensvermittlung – München
www.offergeld-applications.de

FÖRDERUNG:
Diese App ist im Rahmen des DFG-Projekts „Katholische Kriegsfriedensdiskurse (1914/18-1939/45). München zwischen kulturellem Pluralismus und ‚Hauptstadt der Bewegung’“ am Lehrstuhl für Mittlere und Neuere Kirchengeschichte der Eberhard Karls Universität Tübingen entstanden und wurde unter Verwendung der von der Deutschen Forschungsgemeinschaft zur Verfügung gestellten Mittel publiziert.
Die Katholische Seelsorge an der KZ-Gedenkstätte Dachau / Fachbereich Erinnerungs- und Gedenk-stättenarbeit und die Theologische Hochschule der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, Augusta-na, haben die Virtuelle Ausstellung finanziell gefördert.
Wir danken der Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Frau Dr. h.c. Charlotte Knobloch, für die freundliche Erlaubnis, auf dem Neuen Israelitischen Friedhof München fotografieren zu dürfen.
Wir danken allen Inhabern von Bildrechten für die freundliche Genehmigung zur Veröffentlichung. Die Autoren dieser App haben sich bemüht, die Inhaber der Rechte an den veröffentlichten Abbildungen ausfindig zu machen. Dies ist nicht in allen Fällen gelungen. Die Autoren erklären sich deswegen nach den üblichen Regularien zur Abgeltung solcher Rechte bereit, falls diese nachgewiesen werden können.

HINWEISE ZUR APP "KRIEGSMAELER"
Zitierweise: Andreas Holzem, Antonia Leugers, Axel Töllner, Kriegsmäler der Religionsgemeinschaften in München. Eine Auswahl der Jahre 1921 bis 1937. (Stand: 1. August 2015). APP "Kriegsmäler"
Im nächsten Jahr wird ein Buch mit ausführlicherem Darstellungsteil zu den Kriegsmälern erscheinen.
Alle historischen Abbildungen wurden aus archivrechtlichen Schutzvorgaben in niedriger Auflösung aufgenommen. Der Abbildungsnachweis ist unter dem Zeichen ? in Kurzform, bei den Nachweisen (Abbildungen, Literatur, Archive, Auskünfte) jeweils ausführlich mit Signatur belegt.
Das Impressum (i) enthält alle rechtlich relevanten Informationen.


Links:
Startpunkt Sankt Ursula
LINK zur APP Kriegsmäler in München im App Store
LINK zur APP Kriegsmäler in München bei Google
LINK zu Offergeld Applications
 
verschiedene Termine im Jahr 2019

Veranstaltungen der KZ-Gedenkstätte Dachau

Die KZ-Gedenkstätte Dachau und deren Bildungsabteilung führen z.T. regelmäßige Veranstaltungen durch; soweit sie nicht hier erscheinen, sind sie auf der homepage der KZ-Gedenkstätte angekündigt.

Zeitzeugengespräche | Themenführungen | Vorträge | Buchvorstellung


Links:
Veranstaltungen der KZ-Gedenkstätte Dachau