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Veranstaltungen

 
Mittwoch, 5. Oktober / 19.30 Uhr

Die besondere Lagergeschichte Bergen-Belsens

Die Geschichte Bergen‑Belsens begann 1940 mit der Errichtung eines Kriegsgefangenenlagers. Mit der Übernahme eines Teils des Lagergeländes durch die SS für ein „Austauschlager“ für jüdische Häftlinge wurde 1943 das KZ errichtet. Mehr als 70.000 Menschen kamen zwischen 1940 und 1945 im Kriegsgefangenenlager und im KZ ums Leben.

Referentin: Katrin Unger, Leitung Bildungsabteilung in der Gedenkstätte Bergen‑Belsen

Der Abend stimmt auf die Gedenkstättenfahrt nach Bergen‑Belsen, Arolsen und Gardelegen ein (29.10. – 1.11.2022, ausgebucht, Warteliste führt das Dachauer Forum, Telefon 08131 / 99688‑0), wendet sich aber auch an weitere Interessierte.

Ort: Evangelische Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau

Kooperation: Dachauer Forum, Evangelische Versöhnungskirche in der KZ‑Gedenkstätte Dachau, KZ‑Gedenkstätte Dachau


 
Sonntag, 9. Oktober / 14.30 Uhr

Die Stadt und das Lager - Zeitgeschichtlicher Rundgang

Der Rundgang in Dachaus Altstadt befasst sich mit der wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Situation in Dachau nach dem Ersten Weltkrieg und mit den Wechselwirkungen zwischen Stadt und KZ von 1933 bis 1945. Waren die SS‑Leute und die Häftlinge im Stadtbild sichtbar? Wie veränderte sich das gesellschaftliche Leben? Wie reagierte die Bürgerschaft auf das Konzentrationslager in der unmittelbaren Nachbarschaft?

Referentin: Brigitte Fiedler, zertifizierte Gästeführerin und Gedenkstättenreferentin

Treffpunkt: Rathaus Dachau, Konrad‑Adenauer‑Straße 2-6, Dachau

Kooperation: Evangelische Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte und Dachauer Forum


 
Mittwoch, 12. Oktober / 19.30 Uhr

Dialog statt Trauma - Buchvorstellung mit Ingeborg und Jürgen Müller‑Hohagen

Mit viel Einfühlungsvermögen beleuchten Ingeborg Müller‑Hohagen und Dr. Jürgen Müller‑Hohagen das Thema Trauma aus der Perspektive von Psychotherapie, Schule und Erinnerungsarbeit. Beide beschäftigen sich schon lange mit den Nachwirkungen von Traumata, die über Generationen weitergegeben werden, gerade in Familien von NS‑Verfolgten und ‑Tätern.

Um traumatische Erfahrungen zu bearbeiten, ist Dialog notwendig. Dieser Dialog benötigt Räume: in der Familie, in der Schule, im Kontext der Arbeit und in weiteren Bereichen der Gesellschaft. Hier hat das Dachauer Autorenpaar über Jahrzehnte viele Erfahrungen gemacht, die sie in ihrem Buch reflektieren und bei der Buchvorstellung mit dem Publikum teilen möchten.

Ort: Evangelische Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte

Veranstalter: Evangelische Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte


 
Sonntag, 16. Oktober / 11 Uhr

Vor 80 Jahren kamen die ersten Frauen ins KZ Dachau - Ökumenischer Gedenkgottesdienst

Am 13. Oktober 1942 trafen vier Frauen aus dem KZ Ravensbrück in Dachau ein. Sie wurden als erste weibliche Häftlinge registriert. Der SS‑Arzt Sigmund Rascher hatte die Frauen angefordert, um sie für wissenschaftlich unsinnige, voyeuristisch motivierte Versuche zu missbrauchen. Diese Frauen blieben nur einige Monate in Dachau. Erst im April 1944 wurden wieder Frauen dorthin verschleppt, wo sie im Häftlingsbordell arbeiten mussten – ihre Leiden wurden nach 1945 nicht als NS‑Verfolgung anerkannt. Bis zur Befreiung waren insgesamt fast 8.000 Frauen im Dachauer KZ‑System, mehr als 5.000 von ihnen waren jüdische Ungarinnen.

Im Gedenkgottesdienst wird an die weiblichen Häftlinge im KZ Dachau erinnert. Dabei erklingen auch Werke von in der NS‑Zeit verfolgten Komponistinnen und Lieder, die von Frauen in Konzentrationslagern gesungen wurden. Die musikalische Gestaltung übernimmt das ensemble quintessenz, hervorgegangen aus einem Quintett des Dachauer Ignaz‑Taschner‑Gymnasiums, unter Leitung von Jutta Wörther.

Ort: Evangelische Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte



 
Donnerstag, 27. Oktober / 19 Uhr

Kindheit und Jugend in Nachbarschaft von KZ und Wohnlager Dachau-Ost - Zeitzeugengespräch mit Fritz Koeniger

Als Zehnjähriger erlebte Fritz Koeniger am 29. April 1945 hautnah die Ankunft der US‑Truppen im KZ Dachau. Mit seinen Eltern und sechs Geschwistern wohnte der Junge seit 1939 in einer Werkswohnung der Amperwerke, für die sein Vater arbeitete – am Westrand des Konzentrationslagers, unmittelbar neben den Gleisen, auf denen die Züge mit Deportierten ins Lager rollten. Das Lager prägte seine Kindheit. So sah er auf den Gleisen Waggons mit ausgemergelten Gestalten. Er habe immer den Impuls gehabt, ihnen zu helfen. „Aber ich habe mich nicht getraut – es standen ja überall SS‑Posten“, erinnert er sich. Zudem durften die Kinder von den Amperwerken mit dem SS‑Bus zur Schule fahren. Vom Bus aus sah er die geschundenen Häftlinge, wie sie bei Regen und bei Hitze auf der Plantage schuften mussten. Besonders eingeprägt hat sich bei Fritz Koeniger der Todeszug aus Buchenwald, der ab dem 28. April 1945 vor ihrem Haus stand. Und die Angst um den Vater, als dieser einen Tag später von den Amerikanern für einen SS‑Angehörigen gehalten wurde und schon mit SS‑Männern zur Erschießung gebracht wurde. Ein Liedblatt mit einem Madonnenbild, das er bei sich hatte, überzeugte die GIs in letzter Minute, dass er kein SS‑Mann war.

Der Krieg und das Lager ließen Fritz Koeniger auch nach 1945 nicht los. Inspiriert vom sozialen Wirken von Pater Leonhard Roth im Wohnlager für die deutschen Flüchtlinge und Heimatvertriebenen in den einstigen KZ‑Baracken studierte er Sozialarbeit und kümmerte sich in Ingolstadt und Landshut um „Displaced Persons“. Später baute er die Caritas Dachau auf, gründete eine Familie und wurde 1970 zum Diakon geweiht. 17 Jahre lang übte er diesen Dienst nebenberuflich in der Pfarrei Heilig Kreuz in Dachau‑Ost aus. Ab September 1988 wirkte er als hauptberuflicher Diakon, von 1991 bis zum Ruhestandsantritt 1996 in der Dachauer Pfarrei St. Peter.

Ort: Karmel Heilig Blut, Alte Römerstraße 91, Dachau

Kooperation: Karmel Heilig Blut Dachau, Evangelische Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte


 
Dienstag, 1. November / 9 Uhr

Eucharistiefeier zum Fest Allerheiligen

Ort: Karmel Heilig Blut, Alte Römerstraße 91, Dachau 

Für etwaige Corona-Regeln bitte auch folgende Homepage beachten:
Gottesdienste - dachau.karmelocd.de/


 
Mittwoch, 2. November / 16 Uhr

Gedenkfeier und Segnung der Asche-Gräber am Krematorium

Zum Allerseelenfest gedenkt die Kirche aller Verstorbenen. Auch die im Konzentrationslager Dachau umgekommenen und ermordeten Menschen sind – so die christliche vertrauensvolle Hoffnung – in und bei Gott geborgen und vollendet. Als Ausdruck dieser Hoffnung werden die Gräber gesegnet.

Kurze Andacht in der Todesangst‑Christi‑Kapelle und anschließender Gang zu den Aschegräbern im Krematoriumsbereich.

Treffpunkt: Todesangst-Christi-Kapelle in der KZ-Gedenkstätte Dachau



 
Dienstag, 8. November / 19 Uhr

Gedenkfeier zum 84. Jahrestag der Pogromnacht

Seit einigen Jahren lädt die Stadt Dachau gemeinsam mit Kooperationspartnern zum Jahrestag der Pogromnacht zur Gedenkfeier als Ehrengäste Nachfahren und Angehörige der 15 Dachauer Bürgerinnen und Bürgern ein, die in der Nacht vom 8. auf den 9. November 1938 im Rahmen einer antisemitischen Aktion der örtlichen Nationalsozialisten (noch vor dem reichsweiten Pogrom) aus der Stadt vertrieben wurden. Zeitzeugen sind in diesem Jahr Alex und Mark Tittel, Nachfahren der Familie Jaffé.

Ort: Ludwig‑Thoma‑Haus, Augsburger Straße 23, Dachau

Veranstalter: Trägerkreis Pogromnachtgedenken in Dachau


 
Mittwoch, 9. November / 11 Uhr

Erinnerung pflegen - Stadtrundgang

2005 verlegte der Bildhauer Gunter Demnig in Dachau die ersten „Stolpersteine“ zur Erinnerung an Dachauer Bürgerinnen und Bürger, die im Holocaust ermordet wurden. Die Stolpersteine erinnern vor deren früheren Wohnhäusern an die ermordeten Menschen.

Referentin: Brigitte Fiedler, zertifizierte Gästeführerin und Gedenkstättenreferentin

Treffpunkt: Dachauer Forum e.V. Ludwig‑Ganghofer‑Straße 4, Dachau

Kooperation: Dachauer Forum und Evangelische Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte


 
Donnerstag, 24. November / 19.30 Uhr

Künstler im KZ Flossenbürg

Männliche und weibliche Häftlinge haben die Schrecken und den Tod im Konzentrationslager Flossenbürg, aber auch die Solidarität untereinander, während ihrer Haft oder danach in eindrucksvollen Bildern und Zeichnungen festgehalten. Diese Werke sind Bestandteil einer umfangreichen Sammlung der „ArbeitsGemeinschaft ehemaliges KZ Flossenbürg e.V.“. Hans Simon‑Pelanda, Ehrenvorsitzender der ArbeitsGemeinschaft, wird zur Ausstellung (ab 3. November 2022 in der Versöhnungskirche) einen Vortrag über die Künstler im Konzentrationslager Flossenbürg halten.

Ort: Evangelische Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte

Veranstalter: Evangelische Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte


 
Donnerstag, 15. Dezember / 19.30 Uhr

„Die Stille schreit“– Filmvorführung und Nachgespräch mit Josef Pröll

Josef Pröll macht sich zusammen mit Miriam Friedmann auf die Spurensuche ihrer Großeltern, den Familien Oberdorfer und Friedmann. Der Dokumentarfi lm (74 Minuten, 2019) zeigt, wie zwei jüdische Familien in Augsburg von den Nationalsozialisten systematisch verfolgt, enteignet und schließlich in den Tod getrieben wurden. Nach der Filmvorführung steht der Regisseur Josef Pröll, selbst Kind von KZ‑Überlebenden, für ein Nachgespräch zur Verfügung.

Ort: Kinosaal der KZ‑Gedenkstätte Dachau

Veranstalter: Lagergemeinschaft Dachau, Evangelische Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte und KZ‑Gedenkstätte Dachau


 
Jeden 1. Freitag im Monat | 14.30 Uhr

Gebet in der Todesangst-Christi-Kapelle

Die Katholische Seelsorge an der KZ-Gedenkstätte und der Karmel Heilig Blut laden jeweils am 1. Freitag im Monat, 14.30 Uhr, in die Todesangst-Christi-Kapelle zum Gebet ein.
Im Mittelpunkt dieser Andachten stehen das Gedenken an ehemalige Häftlinge des Konzentrationslagers und das Gebet um Versöhnung, Frieden und Gerechtigkeit.
Die Andacht bezieht jeweils mit einer Stille das Läuten der Glocke an der Kapelle gegen 14.50 Uhr ein und mündet für alle, die möchten, in das Stundengebet (Non) der Schwestern in der Kirche des Karmel Heilig Blut.

Datum:   jeden 1. Freitag im Monat
Zeit:        jeweils 14.30 Uhr
Ort:         Todesangst Christi Kapelle

Termine
: 7. Oktober /  4. November /  2. Dezember /  13. Januar (!) /  3. Februar


 
Jeden Freitag | 12.30 Uhr

Ökumenisches Versöhnungsgebet
unter dem Nagelkreuz von Coventry

Jeden Freitag laden wir zum ökumenischen Versöhnungsgebet unter dem Nagelkreuz von Coventry ein. Vom englischen Coventry, dessen Kathedrale im November 1940 von deutschen Bombern zerstört wurde, ging schon im Krieg der Ruf zur Versöhnung aus. Zum Symbol wurde das Kreuz, das aus drei mittelalterlichen Nägeln aus den Ruinen geformt wurde. Heute gibt es weltweit mehr als 240 Nagelkreuzzentren, die in diesem Geist für Frieden, Gerechtigkeit und Versöhnung arbeiten und so eine lebendige Erinnerungs- und Erzählgemeinschaft bilden.

Am 8. Mai 2012, dem Jahrestag des Kriegsendes in Europa, hat Canon (Domkapitular) David Porter von der Kathedrale von Coventry, die 1940 von deutschen Bombern zerstört wurde, ein Nagelkreuz von dort für die Ökumenische Gemeinschaft der Evangelischen Versöhnungskirche und der Katholischen Seelsorge in der KZ-Gedenkstätte Dachau überbracht. Wir sind damit Teil der weltweiten Nagelkreuzgemeinschaft.

Jeden Freitag um 12.30 Uhr laden wir zum Versöhnungsgebet von Coventry in die Versöhnungskirche ein!


Links:
Nagelkreuzgemeinschaft

Dokumente:
Pressebericht von der Übergabefeier des Nagelkreuzes
Predigt von Canon David Porter am 8. Mai 2012 bei der Übergabe des Nagelkruzes