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Veranstaltungen

 
Donnerstag, 30. Mai 2024 / 9 Uhr

Fronleichnam – Hochfest des Leibes und Blutes Christi
Eucharistiefeier in der Klosterkirche mit Prozession und Statio am Block 26 und in der Todesangst-Christi-Kapelle

Das Festgeheimnis von Fronleichnam – die reale Gegenwart Jesu Christi in der Gestalt von Brot und Wein – dürfte für die in Dachau inhaftierten katholischen Gläubigen, zumal die Geistlichen unter ihnen, von ganz besonderer Bedeutung gewesen sein. Zwar lebten und litten sie im Lager in einer geradezu gottlosen Welt; gleichzeitig war ihnen das Wissen um die Nähe und Gegenwart des Auferstandenen im Tabernakel der Kapelle von Block 26 ein umso größeres Zeichen von Trost, Stärkung und Hoffnung.

Ort: Klosterkirche Karmel Heilig Blut Alte Römerstraße 91, Dachau

 

 
Sonntag, 9. Juni 2024 / 18 Uhr

60 Jahre Heilig Kreuz – Gnadenkirche – Karmel Heilig Blut
Stationenweg durch Dachau-Ost

1964 wurden im Stadtteil Dachau-Ost drei Kirchen feierlich eröffnet: am 12. April die katholische Pfarrkirche Heilig Kreuz, am 19. April die evangelische Gnadenkirche und am 22. November die Klosterkirche des Karmel Heilig Blut.
 
60 Jahre später thematisiert ein ökumenischer Stationenweg Entstehung und Gestaltung der drei Gotteshäuser. Die Geschichte von Heilig Kreuz beginnt im Internierungslager für SS-Leute auf dem einstigen KZ-Areal. Auf Initiative von Pater Leonhard Roth, selbst Überlebender des Konzentrations-lagers Dachau, bauten Internierte 1945 auf dem früheren Appellplatz die erste Heilig-Kreuz-Kirche. Die Gnadenkirche hat ihre Anfänge in der evangelischen Gemeinde des Wohnlagers Dachau-Ost, wo 1952 die erste Gnadenkirche entstand, unweit von Heilig Kreuz. Auf dem einstigen Areal des SS-Wildparks wurde der Karmel Heilig Blut errichtet.

Treffpunkt: Gnadenkirche, Ludwig-Ernst-Straße/ Ecke Anton-Günther-Straße, Dachau-Ost
In Zusammenarbeit mit: Dachauer Forum, Evangelische Versöhnungskirche, Karmel Heilig Blut, Gnadenkirche, Pfarrei Heilig Kreuz

 
 
Mittwoch, 12. Juni 2024 / 19 Uhr

Gedenktag für die Seligen Märtyrer von Dachau

Über 200.000 Menschen waren in der Zeit von 22. März 1933 bis zur Befreiung am 29. April 1945 im Konzentrationslagerkomplex Dachau inhaftiert, mehr als 41.500 sind dort umgekommen bzw. ermordet worden. Die katholische Kirche hat bisher 57 von ihnen wegen ihres besonderen Lebens- und Glaubenszeugnisses zu Seligen erklärt, einen von ihnen – den niederländischen Karmelit Titus Brandsma – im Mai 2022 zum Heiligen.

Um die Erinnerung an diese Glaubenszeugen im Bewusstsein zu halten und mit ihrem Lebenszeugnis die Menschen von heute zu ermutigen, ist 2017 der Gedenktag der Seligen Märtyrer von Dachau in den Diözesankalender von München und Freising aufgenommen worden. Weihbischof Wolfgang Bischof wird in der Klosterkirche des Karmel Heilig Blut den Gedenkgottesdienst zur Erinnerung an die Seligen mit uns feiern.

Ort: Karmel Heilig Blut, Alte Römerstraße 91, Dachau


 
 
Samstag, 15. Juni 2024 / 10-18 Uhr

Gedenkorte Jüdischen Lebens im Mühldorfer Hart – Exkursion

Diese Exkursion will Spuren jüdischen Lebens in unserer Heimat aufzeigen. Wir besuchen an diesem Tag Gedenkorte im Landkreis Mühldorf, die für die Problematik von Ausgrenzung und Diskriminierung sensibilisieren. In Ampfing besichtigen wir einen Gewölberaum im ehemaligen Pfarrhof. Dieser wurde nach der Befreiung der KZ-Außenstelle Mühldorf von jüdischen Männern und Frauen kurzzeitig als Synagoge genutzt. Weitere Etappen sind am Nachmittag der KZ-Friedhof in Mühldorf und die Gedenkorte im Mühldorfer Hart.
 
Treffpunkt: 10 Uhr in Ampfing, St.-Martin-Straße 7. Der Teilnahmepreis beinhaltet Gebühren für anfallende Eintritte und Führungen und für das Mittagessen im Kloster Zangberg.

Leitung: Dr. Dr. Christoph Hentschel, St. Rupert Traunstein
 
Teilnahmegebühr: 20,00 Euro
 
Anmeldung nötig über: Kreisbildungswerk Traunstein, 08 61/ 6 94 95, info@kbw-traunstein.de
 
In Zusammenarbeit mit: Bildungsbetrieb St. Rupert, Kreisbildungswerk Mühldorf

 
 
Sonntag, 30. Juni 2024 / 15 Uhr

Christlich-Jüdische Gedenkfeier für sechs Opfer der SS-Mordaktion im KZ Dachau vor 90 Jahren

30. Juni und am 1. Juli 1934 ermordete die SS im KZ Dachau mehrere Menschen, unter ihnen die beiden jüdischen „Schutzhäftlinge“ Dr. jur. Julius Adler (51), Rechtsanwalt aus Würzburg, der versucht hatte, die „Arisierung“ der Fabrik eines Verwandten abzuwenden, und Erich Gans (25), Arbeiter aus Nürnberg, der als KPD-Mitglied schon am 11. April 1933 ins KZ Dachau verschleppt worden war; sowie die nichtjüdischen NS-Gegner Walter Häbich (29), Redakteur des KPD-Organs „Neue Zeitung“ (München), Adam Hereth (37), Arbeiter, SPD-Ortsvereinsvorsitzender in Bayreuth-Laineck und Dr. phil. Fritz Gerlich (51), Journalist, Archivar, als konservativer publizistischer Gegner der Nazis in München seit 9. März 1933 in Haft, und als erste Frau, die ins KZ Dachau verschleppt wurde, Ernestina Zoref (38), aus Wien stammende Haushälterin und Lebenspartnerin des Journalisten Paul Edmund von Hahn, der bereits zuvor in politische Haft genommen wurde.
 
Die SS stellte nachträglich die absurde Behauptung auf, die Häftlinge hätten sich der angeblichen Revolte der SA („Röhm-Putsch“) angeschlossen.
 
Zum 90. Jahrestag wird mit Kurzbiographien an die genannten sechs unschuldigen Opfer der SS-Mordaktion erinnert. Die musikalische Gestaltung übernimmt das Dachauer Jugendsinfonieorchester. Für den Abschluss in der Jüdischen Gedenkstätte werden Männer um das Tragen einer Kopfbedeckung gebeten.

Ort: Evangelische Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte und Jüdische Gedenkstätte

 

 
Sonntag, 30. Juni 2024 / 19 Uhr

Gedenkgottesdienst mit Kardinal Marx zum 90. Todestag
von Fritz Gerlich

Erzbischof Reinhard Kardinal Marx würdigt in diesem Gedenkgottesdienst den katholischen Publizisten und entschiedenen NS-Gegner Fritz Michael Gerlich, der in der Nacht von 30. Juni auf 1. Juli im KZ Dachau ermordet wurde. Er tut dies in St. Bonifaz, der Wohnsitzpfarrei Gerlichs und dem Ort der Feier seines Requiems, auf das in der Öffentlichkeit nicht hingewiesen werden durfte.

Ort: St. Bonifaz, Karlstraße 34, 80333 München


 
 
Jeden 1. Freitag im Monat | 14.30 Uhr

Gebet in der Todesangst-Christi-Kapelle

Die Katholische Seelsorge an der KZ-Gedenkstätte und der Karmel Heilig Blut laden jeweils am 1. Freitag im Monat, 14.30 Uhr, in die Todesangst-Christi-Kapelle zum Gebet ein.
Im Mittelpunkt dieser Andachten stehen das Gedenken an ehemalige Häftlinge des Konzentrationslagers und das Gebet um Versöhnung, Frieden und Gerechtigkeit.
Die Andacht bezieht jeweils mit einer Stille das Läuten der Glocke an der Kapelle gegen 14.50 Uhr ein und mündet für alle, die möchten, in das Stundengebet (Non) der Schwestern in der Kirche des Karmel Heilig Blut.

Datum:   jeden 1. Freitag im Monat
Zeit:        jeweils 14.30 Uhr
Ort:         Todesangst Christi Kapelle

Termine
: 5. April / 3. Mai / 7. Juni / 5. Juli / 2. August


 
Jeden Freitag | 12.30 Uhr

Ökumenisches Versöhnungsgebet
unter dem Nagelkreuz von Coventry

Jeden Freitag laden wir zum ökumenischen Versöhnungsgebet unter dem Nagelkreuz von Coventry ein. Vom englischen Coventry, dessen Kathedrale im November 1940 von deutschen Bombern zerstört wurde, ging schon im Krieg der Ruf zur Versöhnung aus. Zum Symbol wurde das Kreuz, das aus drei mittelalterlichen Nägeln aus den Ruinen geformt wurde. Heute gibt es weltweit mehr als 240 Nagelkreuzzentren, die in diesem Geist für Frieden, Gerechtigkeit und Versöhnung arbeiten und so eine lebendige Erinnerungs- und Erzählgemeinschaft bilden.

Am 8. Mai 2012, dem Jahrestag des Kriegsendes in Europa, hat Canon (Domkapitular) David Porter von der Kathedrale von Coventry, die 1940 von deutschen Bombern zerstört wurde, ein Nagelkreuz von dort für die Ökumenische Gemeinschaft der Evangelischen Versöhnungskirche und der Katholischen Seelsorge in der KZ-Gedenkstätte Dachau überbracht. Wir sind damit Teil der weltweiten Nagelkreuzgemeinschaft.

Jeden Freitag um 12.30 Uhr laden wir zum Versöhnungsgebet von Coventry in die Evangelische Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte ein!


Links:
Nagelkreuzgemeinschaft

Dokumente:
Pressebericht von der Übergabefeier des Nagelkreuzes
Predigt von Canon David Porter am 8. Mai 2012 bei der Übergabe des Nagelkruzes