Weitere Veranstaltungsangebote zur Erinnerungskultur:
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Veranstaltungen

 
Sonntag, 8. November 2026 / 18.00 Uhr

Ökumenische Abendandacht anlässlich des 88. Jahrestages der Novemberpogrome

In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurden im gesamten Deutschen Reich mehr als tausend Synagogen in Brand gesetzt. Jüdische Geschäfte und Wohnungen wurden systematisch zerstört, Menschen brutal angegriffen. In dieser Nacht und den darauffolgenden Tagen verschleppten die Nationalsozialisten über 30.000 antisemitisch verfolgte Männer in Konzentrationslager. Allein das KZ Dachau wurde in kürzester Zeit mit etwa 11.000 von ihnen überfüllt. Die meisten Menschen in der deutschen Bevölkerung schwiegen zu diesen staatlich organisierten Gewaltexzessen. Selbst die Feuerwehren hielten sich an die Vorgaben, lediglich angrenzende Gebäude zu sichern – nicht aber die brennenden Synagogen zu löschen.

Ort: Evangelische Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte (Zugang am Abend nur über Karmel Heilig Blut, Alte Römerstraße 91, 85221 Dachau)

Foto: Menora auf dem Dach der jüdischen Gedenkstätte (Becker Studios, Ravensbrück)

 
Tagsüber von 14.30 Uhr bis 16.30 Uhr werden unter dem Motto „Erinnerung pflegen“ wieder Dachauer Gästeführer:innen an den Dachauer Stolpersteinen stehen und über die verfolgten Personen informieren:

Erinnerung pflegen - Dachauer Forum



 
Montag, 9. November 2026 / 19.00 Uhr

Gedenkfeier zum 88. Jahrestag der Pogromnacht

Seit einigen Jahren lädt die Stadt Dachau gemeinsam mit Kooperationspartnern zum Jahrestag der Pogromnacht als Ehrengäste Angehörige der 15 Dachauer Bürgerinnen und Bürger ein, die in der Nacht vom 8. auf den 9. November 1938 im Rahmen der antisemitischen Aktion der örtlichen Nationalsozialisten aus der Stadt vertrieben wurden.
 
Veranstalter: Trägerkreis Pogromnachtgedenken in Dachau

Ort: Ludwig-Thoma-Haus, Augsburger Straße 23, Dachau

 
 
Sonntag, 15. November 2026 / 16.00 Uhr

Vom Mitbegründer des Deutschen Museums zum KZ-Dachau-Häftling und Shoah-Opfer
Musikalische Lesung zum Gedenken an Arthur Schönberg

Er sei der wahre Schöpfer des Walchenseekraftwerks, so die Würdigung Oskar von Millers, des bekannten Pioniers der Energieversorgung in Deutschland. Gemeint ist Arthur Schönberg (1874 –1943), sein engster Vertrauter über mehr als drei Jahrzehnte. Der Ingenieur Schönberg, Cousin des berühmten Komponisten Arnold Schönberg, war einer der wichtigsten Planungsingenieure in Deutschland, stand aber stets im Schatten Millers. Zudem gilt er als Pionier bei der Einführung des elektrischen Kochens in deutschen Haushalten. Auch bei der Gründung, dem Auf- und dem Ausbau des Deutschen Museums in München war Schönberg omnipräsent.
 
Wegen seiner jüdischen Herkunft wurde Schönberg stark angefeindet. Nach der sogenannten Machtergreifung durch die Nationalsozialisten wurde er zunehmend verfolgt, entrechtet und finanziell ausgebeutet. Nach der Pogromnacht war er vom 10. bis zum 29. November 1938 im KZ Dachau inhaftiert. Mit seiner Frau Eva wurde er schließlich ins Ghetto Theresienstadt verschleppt, wo beide ihr Leben verloren.
 
Dr. Wilhelm Füßl, Historiker und von 1992 bis 2021 Archivleiter des Deutschen Museums, liest aus seiner 2024 erschienen Arthur-Schönberg-Biographie. Für das Buch hat der Autor über 30 Jahre lang akribisch Quellen zusammengetragen.

Musikalisch wird der Abend von der Sopranistin Lydia Teuscher, bekannt durch ihre Auftritte u. a. in der Bayerischen Staatsoper und mit dem Symphonieorchester des BR, und der Pianistin Anne Schätz, die sich seit 25 Jahren mit dem Schaffen durch die Nationalsozialisten verfolgter Komponisten beschäftigt, gestaltet. Es erklingen Lieder Arnold Schönbergs, die dieser in jungen Jahren der späteren Frau seines Cousins Arthur gewidmet hatte, und Kompositionen von Pavel Haas und Victor Ullmann, die zeitweise im Ghetto Theresienstadt interniert waren und im KZ Auschwitz ermordet wurden.
 
In Zusammenarbeit mit: Evangelische Versöhnungskirche, Karmel Heilig Blut, Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit München Oberbayern e.V.

Ort: Karmel Heilig Blut, Alte Römerstraße 91, 85221 Dachau

Foto: Arthur Schönberg (Quelle: Arnold Schönberg Center, Wien, PH8263_9782)

 

 
Mittwoch, 25. November 2026 / 19.30 Uhr

Mein Großvater, ein Kriegsverbrecher
Gesprächsabend mit Karin Eideloth und Dr. Andrea Erkenbrecher

Karin Eideloth ist 40 Jahre alt, als sie von der NS-Vergangenheit ihres Großvaters Adolf Heinrich erfährt: Als 17-Jähriger war der gebürtige Oberfranke 1944 an dem Massaker im französischen Oradour-sur-Glane beteiligt, bei dem eine Einheit der Waffen-SS 643 Männer, Frauen und Kinder tötete.

Bei ihren Recherchen zu diesem Massaker beschäftigte sich die Historikerin Dr. Andrea Erkenbrecher auch mit dem „Fall Adolf Heinrich“. Er wird 1953 in Frankreich in Abwesenheit zum Tode verurteilt und stellt sich daraufhin den amerikanischen Besatzungsbehörden in Bayern. Doch Zeit seines Lebens wird er in Deutschland weder angeklagt noch verurteilt. Im Jahr 2022 lernt Andrea Erkenbrecher die gleichaltrige Karin Eideloth kennen. Gemeinsam besuchen sie die Ruinen Oradours und treffen Überlebende sowie Hinterbliebene des Massakers. Als Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier Oradour am 80. Jahrestag des Massakers besucht, begleiten ihn Karin Eideloth und Andrea Erkenbrecher als Sondergäste.

Im Rahmen des Gesprächsabends geht Andrea Erkenbrecher mit Karin Eideloth der Frage nach, wie eine solche Nachricht das Leben und den Blick auf die eigene Familie verändert. Außerdem sprechen sie über die Bedeutung ihrer Besuche in Oradour und den Austausch mit Opferfamilien.
 
In Zusammenarbeit mit: Evangelisches Bildungszentrum Hesselberg, Evangelische Versöhnungskirche

Ort: Evangelische Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau (Zugang am Abend nur über Karmel Heilig Blut, Alte Römerstraße 91, 85221 Dachau)

 
 
Jeden Freitag um 12.30 Uhr

Ökumenisches Versöhnungsgebet von Coventry

Vom englischen Coventry, dessen Kathedrale 1940 von deutschen Bombern zerstört wurde, ging schon im Krieg der Ruf zur Versöhnung und zum Frieden aus. Zum Symbol wurde das Kreuz, das aus drei Nägeln aus den Ruinen geformt wurde. Heute gibt es weltweit mehr als 240 Nagelkreuz-Zentren, die für Frieden, Gerechtigkeit und Versöhnung arbeiten. Zu Beginn jeder Kurzandacht stellen wir die Biographie eines Menschen vor, der vom NS-Regime verfolgt wurde.

Ort: Evangelische Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau



 
Jederzeit - ab jetzt!

Actionbound-APP für Jugendliche!
„Dachau – Die Stadt und das Konzentrationslager“

Der Actionbound „Dachau – Die Stadt und das Konzentrationslager“ führt euch überwiegend durch die Dachauer Altstadt an Orte, die in Zusammenhang mit dem Nationalsozialismus und dem Konzentrationslager stehen. Zudem lernt ihr Menschen kennen, die in dieser Zeit gelebt haben und aus unterschiedlichen Motiven durch das nationalsozialistische Regime verfolgt, inhaftiert und ermordet wurden.

Geeignet für Firmlinge, (ältere) Ministrant:innen, Pfadfinder:innen und viele mehr!

Einfach die Actionbound-App laden und den QR-Code scannen!
 
Weitere Infos unter: www.jugendstelle-dachau.de